Der erste Schritt aus dem Muster besteht darin, die Eskalation überhaupt als solche zu erkennen. Viele Paare sind so sehr in ihren Rollen gefangen, dass sie den Streit als unausweichlich erleben. Dabei lässt sich Eskalation oft frühzeitig wahrnehmen – durch Körpersignale, Gedanken oder typische Reaktionen.
Ein wichtiger Ansatz ist es, den Fokus im Streit zu verändern. Statt zu erklären, was der andere falsch macht, hilft es, bei sich selbst zu bleiben. Eigene Gefühle und Bedürfnisse zu benennen, ohne Vorwurf, kann den emotionalen Druck reduzieren. Das erfordert Übung, ist aber ein zentraler Schlüssel, um Eskalationen zu entschärfen.
Auch Pausen sind wichtig. Wenn die Emotionen hochkochen, ist konstruktive Kommunikation kaum möglich. Eine bewusst vereinbarte Pause kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen. Entscheidend ist dabei, dass diese Pause nicht als Rückzug oder Abbruch erlebt wird, sondern als bewusste Unterbrechung mit dem Ziel, später weiterzusprechen.
Langfristig ist es hilfreich, die zugrunde liegenden Themen zu bearbeiten. Eskalierende Streits lassen sich selten allein durch Kommunikationstechniken lösen. Sie brauchen Raum, um alte Verletzungen, Erwartungen und Bedürfnisse sichtbar zu machen. Genau hier kann Paarberatung unterstützen.